Alle wurden durch den Kakao gezogen: Nicht-Kurpfälzer, Politiker, Lehrer, pinsende Banker - und erst recht die "Dumpfdohlen des Fernseh-Undertainments", mit denen Wortakrobat Christian Habekost wahrlich nichts gemein hat. Die Pointen des promovierten Sprachwissenschaftlers sind geistreich, treffsicher und originell, ganz nebenbei streut er Namen wie Lieselotte von der Pfalz oder auch Hieronymus Bosch ein ("hat nichts mit der Waschmaschine Ihrer Frau zu tun"), um zu zeigen, wie die Hölle für Dieter Bohlen aussehen könnte.
Er rappt sich durch seinen Programmtitel "de (Aller)Ärgschd", erklärt seinen Zuhörern, was das Wort "arg" etymologisch überhaupt bedeutet, und schafft es manchmal nur mit einem Gesichtsausdruck oder einer Geste das Publikum zum Losprusten zu bringen. Habekost füllt die Bühne allein mit seiner überwältigenden Präsenz. Einziges Hilfsmittel ist eine kleine Puppe mit der er einem imaginären Kind (vergeblich) Sprachunterricht erteilt.
Nach diesem über zweistündigen Verbalangriff auf die Lachmuskeln erschien "Chako" als Zugabe als Kultfigur: Prediger "Reverend Samuel Lucas Lovemachine" wandte sich in Pfenglisch - einer Mischung aus Pfälzisch und Englisch - an seine "Gemeinde of Loambadde", um sie über Missstände in Politik und Gesellschaft aufzuklären. Halleluja!
Man muss dem Weinfestbesucher ganz entschieden widersprechen: Früher war eben nicht alles besser. Früher gab es nämlich noch keinen Chako Habekost.
Christian Habekost : Presse : Seite 1 : Wortakrobat singt Loblied auf die "Kurpälzer"