Das reine Hochdeutsch hat er sich draufgeschafft. Und reist seither inkognito. Offenbar weil ihm Sprüche wie dieser auf den Sack gingen: "Sie klingen ja wie Kurt Beck - ist schon ein lustiger Dialekt, Euer Schwäbisch."
Dabei schafft Habekost in seiner "Mudderschbrooch" kleine Kunstwerke: Der Lustkauf, der hier "Kruschd" heißt, das "Prada-Däschl", das Teleobjektiv fürs Handy. Solche Sachen "hot mer friher boim Gri-Gri in Heidelberg gekaaft." In Zeiten des Kapitalismus ist das anders. Und Habekost deutelt eine Erklärung heraus: "Heit isch de Gri-Gri iwweral. Die stelle iwweral Kruschd hie, damit mer de Kruschd keefd, weil mer vor lauder Kruschd de Kruschd nimmi siehd." Wie gesagt: Wer über ihn schreiben muss, der ist ein armes Würstchen…
Perlen sind es. Rotzige Perlen zeitgemäßen Lokalkolorits, bei denen das Publikum regelmäßig vor Begeisterung fast abkratzt. Naidoo den "Neger aus Kurpfalz" zu nennen ist einfach, aber genial. Den Dalai Lama gemäß kurpfälzer Phonetik "Lamas Dalai" zu heißen, noch weit genialer.
Für die Amis gibts den "Roundwalk through our region." Das Weinfest als "a big shopping event, where you schwank hin and her an ramm your elbows the ohers in de ranze nei." Danach gehören zu den landestypischen Gepflogenheiten "to say goodbye in the dialectic way." Der heißt dann "alla" und kann als "Allah" missverstanden werden. Das impliziert besoffene Kurpfälzer, die beim Abschied klingen, wie in der Moschee. "Seltsames Land" wird der Ami denken.
So geht`s fast drei Stunden lang. Und wer darüber schreibt, der ist ein …
Christian Habekost : Presse : Seite 5 : Vom Kruschd, vom Neger und vom Gri-Gri