Der Turbobabbler – "babbel ich zu schnell?" landet seine Treffer im Sekundentakt, seine Pointen rollen auf sein Publikum zu, da brechen alle Frustdämme. Auch wer bezahlt hat, darf lachen. Bei den Frauen hat Habekost über dem Zwerchfell sowieso einen gewissen Klangkörper ausgemacht und die Pädagogen im Publikum können aufatmen – endlich mal keine "Dumm-dumm-Geschosse" von dabbischen Jugendlichen mit Lernallergie. Ein Tisch, ein Stuhl, ein Rieslingschorle-Schoppenglas, Chako Habekost und sein Gespräch mit dem Publikum: Dazwischen das Leben, der tiefe Blick am Schoppenglas vorbei in die Wirklichkeit, in die "Audiokalypse" mit Gelaber und Musik, wo das Yin und Yang der Tigerentenkoalition, von der Leyen und Westerwelle, die Banker und ihre Bonuszahlungen sind. Ruhe jetzert! Wäre da nicht die Kurpälzer Sprooch mit ihrer Phonettick und einem Klong, der im wohligen "Om" endet, alles wäre Banane oder Banoon. Früher hat’s des net gebbe: nicht das mediterrane Lebensgefühl, wo man mit Heizpilz uff der Gass hockt, keinen Schaum im Kaffee … Zugaberufe und ein begieriger Beifall bringen dem begeisterten Publikum einen kräftigen Nachschlag Habekost ein.
Als Baptistenprediger "The Reverend" schüttelt er Englisch-Deutsch die (…)Löcher im Parlament frei und erinnert die brothers and sisters daran: ihr money ist im Schornstone, the bank ist blank und hat sich bei der Regierung das Geld geholt. Bass uff: Zicke, zacke, zick – ich will mein Geld zurück. Ein Dialog zwischen ihm und seinem Publikum, der wie schon zuvor, ungeübt sofort gelingt. Einigkeit auch in dieser Frage: Geld allein macht nicht glücklich, es muss einem schon gehören.
Christian Habekost : Presse : Seite 1 : Treffer im Sekundentakt