Sprachliches Feuerwerk der Extraklasse

12.10.2007 - Rhein-Neckar-Zeitung - Stefan Kern - MundARTacke!

Christian Chako Habekost brillierte in der Brühler Festhalle mit neuem Programm MundARTacke

Brühl. Das neue Programm "MundARTacke" von Christian "Chako" Habekost hat etwas Fulminantes. Von null auf mindestens 200 in bestem Kurpfälzisch und ohne einen einzigen Aussetzer bei dialektischen Zungenbrechern der außergewöhnlichen Klasse.

Es war die siebte Premiere, die Habekost in der für ihn heiligen Festhalle absolviert. Schon allein das führte bei dem euphorisierten Publikum zu tosendem Beifall. Keine Frage, die Brühler lieben ihren Chako - und das zu Recht.

Wo sonst bekommt man einen Inhalt serviert, der Begriffe wie Gott, Bioschnitzel, Kapitalismuskritik und das ewige Hin und Her zwischen Mann und Frau ohne Mühen in kürzester Zeit und, eigentlich erstaunlich, sinnvoll verknüpft.

Herrlich sind seine Ausflüge in die Politik, bei denen er immer wieder schützend seine Hand über Kurt Beck hält. Dass der überhaupt in Berlin ist, hält Chako für eine gigantische Verschwörung gegen Pfälzer und Kurpfälzer. "Eine böse Falle", so ist er sich sicher. Überall vermuten Chako und sein Aller Ego Alfred Gefahren für die fried- und schorleliebenden Kurpfälzer. Schwierig wird es nur bei der einen oder anderen Sitte, wie zum Beispiel dem Verabschiedungsritual. Es genügt nicht einfach "Alla" zu sagen, immer muss gewartet werden, bis das erlösende "alla dann" kommt. Jedes frühere Gehen würde als unfreundlicher Akt empfunden.

Überzeugt zeigte sich Habekost vom kryptisch philosophischen Charakter des kurpfälzischen. Bestes Beispiel ist die Antwort auf die Begrüßungsformel "Und?". In dem meist darauf folgenden "muss halt" sieht Habekost ein ganzes Interpretationsuniversum.

Dem ganz entgegenstehen die drei einfachen Worte, die jedem Mann helfen, so ziemlich jedes Beziehungsproblem zu entschärfen. Verraten sei dabei, dass es sich nicht um die "klassischen" drei Worte handelt.

"MundARTacke" ist ein sprachliches Feuerwerk, das man sich auf keinen Fall entgehen lassen sollte. [...]