Bei einem tiefen Blick ins Rieslingschorle-Schoppenglas in harten Zeiten wie diesen nahm Chako die Gäste mit auf den furios-rasanten Trip eines Kurpfälzers durch die Probleme des Alltags, selbstverständlich ohne sich Seitenhiebe auf das aktuelle politische und wirtschaftliche Tagesgeschehen zu verkneifen.
Im grauen Anzug machte sich Christian Habekost sogleich über seinen eigenen Dialekt und seine Herkunft her und machte allen Leidensgenossen sprachlicher Wirrungen Mut: "Think big." In der Metropolregion Rhein-Neckar als verkannte Toskana Deutschlands sorgte sich Chako um den ethno- und kosmopolitischen Austausch der Menschen, was zu Lachkrämpfen führte. Nicht minder-erheiternd war da die Selbstreflexion des Stand-Up-Comedian auf der Bühne, der dem Publikum ausdrücklich die "Lizenz zum Lachen" erteilte. Danach ging der Künstler humoristisch mit den Pädagogen und der heutigen Jugendkultur hart ins Gericht. "Warum sind so viele Kinder und Jugendliche so doof?", lautete die provokante Frage, deren Ergründung weder Politiker, Lehrer, Fernsehen noch Eltern - natürlich gewohnt spaßig - ausließ.
Nach einer kurzen Pause eröffnete der sprachgewaltige Komiker die zweite Runde und philosophierte über die Assimilierung und Palatalisierung von Sprache. Nach der im Trend liegenden Abarbeitung von Männer- und Frauen-Klischees erklärte der Entertainer die Hans-Pfeiffer-Halle kurzerhand zur Selbsthilfegruppe von Männern. "Hallo Chako, und wie?", hallte es aus allen Kehlen in Richtung des Entertainers. Nach seinem Klassiker "Frieher hot's des net gewwe" trat Habekost in seiner alten Figur des Baptistenpredigers "The Reverend" auf die Bühne und schwor seine Gemeinde gegen Krise, Banker und Steuergeldverschwendung ein. Es war der Abschluss eines höchstamüsanten, aber auch geistreichen Abends.
Christian Habekost : Presse : Seite 3 : Selbsthilfegruppe in der Hans-Pfeiffer-Halle