Motzpotenzial in Leggins

23.05.2002 - Münchner Abend Zeitung - - Der Endsieg des Kaputtalismus

Christian Habekosts brillantes Kabarettsolo:
»Der Endsieg des Kaputtalismus«

Stellen Sie sich vor, Edmund Stoiber und die Böhsen Onkelz nehmen zusammen den Song "Bergwanderung statt Einwanderung" auf. Per Ted wird er zur neuen Erkennungsmelodie der Tagesschau gewählt.
Verwirrt? Willkommen bei Christian Habekost. Genussvoll walzt der Kurpfälzer in seiner Show "Der Endsieg des Kaputtalismus" die schrecklichsten Szenarien aus. Dafür begibt er sich in alle Niederungen des deutschen Alltags: Seine gutbürgerliche Erziehung mit dem "Komm her, du hast da was an der Backe" der taschentuchableckenden Mutter, das Hausmeistersyndrom ("Ich geh' zum Anwalt! Ich habe schließlich eine Rechtsschutzversicherung!") und das Motzpotenzial der Deutschen, das durch All-inclusive-Angebote gesenkt werden soll, finden ihren Platz im Kaputtalismus.

Habekost fängt großartig an und wird immer noch besser. Er erklärt in perfekt gesetzten Worten, warum Deutsche nicht tanzen können und warum Josef das erste Weichei der Menschheitsgeschichte war. Er berechnet das Fassungsvermögen von Leggins, die seine Miturlauberinnen auf Kuba stark überbeanspruchen. In der Zugabe erntete er schließlich als Gospel-Priester mit deutsch-englischem Sprachenmix stürmische Begeisterung bei der "gemeinen Gemeinde of the Hinterhof Theatre".