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Pinse will "Chako" nicht, wenn er, den Tränen nahe, erklärt, dass er das ganze Programm selber geschrieben hat und, von Stress getrieben, verwahrlost und babbelnd repetierend auf offener Straße verhaftet wurde. Doch der daraus resultierende Aufenthalt in Wiesloch hat ihn beflügelt. Spritzig und pfeilgerade kommen seine Pointen, oft so überraschend, dass nach einer Reaktionsverzögerung das Lachen wie ein Knall einsetzt. Ein Mann steht auf der Bühne, doch verschiedene Charaktere präsentieren sich. Nicht nur Mimik und Gestik sind überdeutlich, sondern auch die Schbrooch ist passend. Bissig der alte Knodderer, für den Jugendliche auch nur Leit sin, die alt werre. "Früher hat's des net gewwe", die "Angelzysten". Als erste Fremdsprache hat der Kurpfälzer Deutsch gelernt. Ein Outdoor-Jacket war ein Kittel und Nordic Walking Ferz mit Kricke. Hintergründig, doch immer zielsicher kommt der Kurpfälzer Wortwitz und trifft mit der "sensibelsten Mundart Deutschlands" sozialkritisch den Zeitgeist.
Internegration, do muss mer was mache. Die Hunne un die howwe hawwe mer integriert, aus den Portugiesen wurde Woi gemacht. Auch Türken sind integriert, schließlich war "Alla" schon immer im hiesigen Wortschatz, und wenn einer Salaamaleikum sagt, dann soll er ewe mol reikumme. Leitkultur braucht man nicht, bei uns hawwe die Leit schon immer Kultur. Wenn der Kurpfälzer die Gosch uffmacht, gibt das automatisch Kultur. Habekost hält denen im Saal den Spiegel vor, charmant, bissig, als nörgelnder Greis, als Eingeborener im Kurpfälzer Dreiecks-Reservat, die im Saal erkennen sich, sind nicht eingeschnappt, amüsieren sich köstlich. Lustig rollen Tränen und die Lachmuskeln sind überstrapaziert, schließlich ist die Schlabbergosch eine erogene Zone des Kur/Pfälzers. Zur Meditation in den Kosmos des Dubbeglas' führte Riesling-Tantra, Schoppe-Yoga und Leber-Stretching in eine andere Bewusstseinsebene.
Das Moderne wird mundartliche Zielscheibe im Telekommunikanismus. Beim Kauf eines winzigen Mobiltelefons lässt "Mänscht, isch wär äner vun de siwwe Honnebombel, die uff Schneewittche scharf sin?" den Verkäufer erschauern.
So ganz kann Chako den Palatiner Rhythmus nicht lassen. "Kennsch du de Groove, spürsch du de Groove, vun de Fieß bis zum Hals - de Groove aus Kurpfalz" und der Saal begleitet den adoptierten Brühler beim Refrain.
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Begeisterter Beifall, der nicht enden wollte, erzielte zwei Zugaben ...
Dabei fasste "Chako" Möglichkeiten des Lebens in Deutschland zusammen: "Entweder du wirst arbeitslos oder exhibitionistisch oder du verbindest beide Möglichkeiten und wirst Komödiant."
Christian Habekost : Presse : Seite 6 : Macht er die Gosch uff, kummt automatisch Kultur raus