Presse

De Allerärgschd

05.02.2010 - Meier - iw - de {Aller}Ärgschd

Christian Chako Habekost / Neues Jahr – neues Programm: Der kurpfälzischste unter den Kabarettisten hat seinen Landsleuten wieder sehr genau auf’s Maul geschaut. „De Allerärgschd“ (der Allerärgste) ist dabei herausgekommen. MEIER hatte vier Fragen.

meier Haben Sie die Krise bisher gut überstanden?

christian habekost Ich kann nicht klagen. Die Leute haben zwar weniger zu lachen, aber wenn schon, dann wollen sie ihr Zwerchfell richtig über die Ohren gezogen bekommen – auf einem gewissen Kur-/Pfälzer „Ni-wo“, versteht sich. Und da kommt de Chako anscheinend gerade recht. Nee, aber im Ernst: Ich glaube schon, dass die Leute genauer drauf gucken, wo sie ihr Geld ausgeben. Und da haben es regional zentrierte Künstler glaub’ ich leichter – do weeß ma nämlisch was ma hot!

meier Kriegt denn auch die Tigerentenkoalition im neuen Programm ordentlich Honig um den Mund geschmiert?

habekost Nee. Also wirklich, dafür ist mir die Zeit zu schade. Das ist so ähnlich wie damals, als de Bimbes-Meeschder Kohl an die Macht kam und später, als Angies Hairstyle ganze Comedy-Programme leergefüllt hat. Mir sind die größeren politischen Zusammenhänge wichtiger. Beispiel: Warum sind Scharfschützen der Bundeswehr heute besser ausgerüstet als ABC-Schützen an deutschen Grundschulen?!

Wider die Krise und das Dummgebabbel

04.02.2010 - Morgen Magazin - Jörg-Peter Klotz - de {Aller}Ärgschd

KABARETT: Interview mit Christian „Chako“ Habekost zu seinem zehnten Solo-Programm „De Allerärgschd“

Seit dem hochdeutschen „Wellnässer“ von 2003 kann sich Christian Habekost auf kabarettistische Heimatkunde beschränken – und damit auf seine größte Stärke: den virtuosen Umgang mit der Mannheimer Mundart. Am Freitag, 12. Februar, 20 Uhr, feiert „Chako“ wieder mit einem „Kur/Pfälzisch satirischen Highmat - Abend“ im Mannheimer Capitol offiziell Premiere: „De Allerärgschd“ ist Habekosts zehntes Soloprogramm seit 1996. Der „MundARTischt“ gewährte uns vorab bei einem Redaktionsbesuch Einblick in sein Jubiläumsprojekt ohne Jubiläumscharakter („ich bin kein Jubiläumstyp“) und diskutierte im Interview angeregt über den Dauer - Boom seines Genres.

moma: Herr Habekost, Sie nennen Ihr neues Programm „De Allerärgschd“ und bewerben es mit einem weintrinkenden David. Was will uns der Künstler damit sagen?

Christian Habekost: Der David, den ich auf dem Plakatmotiv so eingehend betrachte, ist der Homo Palatinus. Kenntlich gemacht durch Weinflasche und Schoppeglas. Und dem schaue ich wie gewohnt aufs Maul. „De Allerägrschd“, zu Hochdeutsch: der/die/das Allerärgste, ist linguistisch umgewidmet und so nicht mehr abwertend gemeint. Wie auf Jamaika „dread“, das eigentlich fürchterlich heißt, bei den Dreadlocks aber positiv gebraucht wird. „De Allerärgschd“ soll also unsere Region herausstellen, das zieht sich durch das ganze Programm. Nach dem Motto: Wir sind die Allertollsten – wenn die annere net do sin.

Motze made in Mannheim

21.01.2010 - LEO - - de {Aller}Ärgschd

MUNDART-COMEDY: CHRISTIAN HABEKOST UND SEIN NEUES PROGRAMM

Chako auf der Titelseite des LEO-Magazins der Rheinpfalz vom Januar 2010
LEO Cover vom Januar 2010

„Früher hot‘s des net gewwe“ – Kurpfälzer kennen diesen Spruch und wissen ihn vielleicht gerade jetzt zu schätzen. Und dass jener Einstieg in die Schimpftirade des „alten Weinfestbesuchers“, eine der Erfolgsfiguren des Standup-Comedians Christian Habekost, ein Schwerpunkt in „Chakos“ neuem Programm sein muss, war für den Mundartisten in „harten Zeiten wie diesen“ sonnenklar.

Alles ist für den gebürtigen, mittlerweile in der Pfalz lebenden Mannheimer irgendwie ärger heutzutage – und er meint damit Finanzlöcher, Schlaglöcher und all die anderen Löcher, auf die er mit voller Breitseite und pfälzisch-eingeborener Motz-Mentalität auf der Bühne die passende Antwort gibt. In gewohnter Chako-Manier eben, die ihm seit 1996, seit er solo tourt, eine immer größere Fangemeinde beschert hat. Dabei wird der (kur-)pfälzische Dialekt, auch für hochdeutsche Ohren gut verständlich, als Soundtrack für eine universale Botschaft eingesetzt: der tiefe Blick ins Rieslingschorle-Schoppenglas verspreche derzeit nämlich allemal mehr als rettende Einsichten und milliardenschwere Regierungsmaßnahmen.

Staunen über die verblüffende Kürze in der Kommunikation

08.01.2010 - Rhein-Neckar-Zeitung - Barbara Nolten-Casado - Beschd of

Christian „Chako“ Habekost zeigte, welches Potenzial im hiesigen Dialekt steckt – In der Stadthalle flossen die Lachtränen

Eberbach. Dass jemand seine „Muddersproch“ spricht, ist ja nichts Ungewöhnliches. Dass er diese liebt – auch nicht. Aber mit ihr zu spielen, zu jonglieren, sie lustvoll zu sezieren, kunstvoll durcheinanderzuwirbeln, um sie dann immer wieder auf dem Boden der Kurpfälzer Tatsachen fest zu verankern – dazu bedarf es schon eines Kenners und Könners wie Christian „Chako“ Habekost.

Am Dienstagabend ließ der gebürtige Mannheimer auf Einladung des Kulturlabors in der restlos ausgebuchten Stadthalle wieder einmal die Lachtränen fließen. Vereinzelte, von ratlosem Unverständnis gezeichnete Gesichter gab es allerdings auch: die von „Außergewärtigen“, die sich versehentlich in die zweistündige Ein-Mann-Show für „Lokalpatri(di)oten“ verirrt hatten, trotz des Programmtitels auf den in Eberbach allgegenwärtigen Plakaten: Stand „Beschd of MundArt“ drauf – war „Beschd of MundArt“ drin!

So suhlte sich der promovierte Sprachwissenschaftler, Kabarettist und Musik-Performer also genüsslich in den breitesten Urlauten des Badisch-Pfälzischen, der einzigen rechtsrheinischen Dialektgruppe des Pfälzischen. Und was mit einer hochdeutschen Belehrung über die sensibelste, feinfühligste Sprache des
Universums begann, wurde alsbald zum Kurpfälzer Lautkunstwerk schlechthin, geschaffen aus dem „Stoff, aus dem die Highmat ist“.

Ein Psychogramm der Pfälzer

20.11.2007 - Die Rheinpfalz - Christian Hanelt - Der Wellnässer

Christian „Chako“ Habekost bläst in Dahn zur „MundARTacke“

Dahn – ein kleiner Ort in der pfälzischen Provinz? Weit gefehlt. Man muss es nur richtig aussprechen. Denn was ist die pfälzische Provinz anderes als die deutsche Provence. Die Sprache macht‘s eben. Und damit kennt sich Christian „Chako“ Habekost als promovierter Sprachwissenschaftler aus. In seinem neuen Programm „MundARTacke“ verbindet er die Sprache mit der „Mentolität“ der Pfälzer zur „dialektischen Comedy“– und das sehr zur Freude der Besucher im Dahner Theater.