Habekost räsoniert über das schlechte „Leumaul" der Pfälzer („Bleed, awer herzlich. Dumm, awer dabbich. Debei sin mir superer als die annere. Blos die annere wissen's nit!"), begibt sich auf die ethnologische „Meta-Ebene", um von dort auf Pfalz-Rheinhessen runterzuschauen; erkennt, dass es schwierig ist, heutzutage noch unter die Gürtellinie zu kommen (und noch schwieriger, von dort wieder hoch) - und nebenbei entlarvt er das Wort „Arbeitsamt" als Oxymoron. Wichtig ist ihm die Erkenntnis, dass der Pfälzer nicht zum Saufen auf s Weinfest geht, sondern wegen dem „spiritus palatinensis, der dort alle erfüllt bei der Ausgießung des weinigen Geistes".
Höhepunkt: die Darstellung eines Wein-Philosophen, „so enner mit zwähunnerd Weifeschde uffm Buckl - in eine Johr", der in seinen „Des hätt's frier nit gewe"-Tiraden verblüffend Treffendes äußert. Auch der Auftritt des „Palatinator" als großer Rächer an Bahnchef Mehdorn imponiert: Man fiebert mit und freut sich tatsächlich diebisch, wenn dieser mit seinen eigenen Produkten bestraft wird in Pfälzer Logik: „En Raddegaggl wird ach im Goldbecher nit zure Spätles!" Hoffentlich muss man nicht erst in die Pfalz fahren, um Habekost wieder zu sehen. Andererseits ...
Christian Habekost : Presse : Seite 7 : Erfüllt vom Geist des Weines