29.03.2010
-
Schwetzinger Zeitung
-
Vanessa Schäfer
-
de {Aller}Ärgschd
In der Rheinhalle: Mundartkabarettist Christian Habekost setzt als „De Allerärgschd“ das i-Tüpfelchen für ein waschechtes Entertainment-Programm
KETSCH. Arg, ärger, „De allerärgschd“ – was Kurpfalzdialektiker Christian Habekost in seinem taufrischen Programm proklamiert (wir berichteten), ist nichts als die „naggische“ Wahrheit. Mit flottem Galopp bringt er in seinem Zwei-Stunden-Comedy-Erlebnis alles auf eine Bühne, was die Menschheit bewegt: Maßnahmen für den Weltfrieden gleichermaßen wie die Duldungsstarre der Bürger im politischen Chaos oder die wünschenswerte „Stille in der Dose“.
Für Trommelfellfransen sorgte er am Freitagabend in der Rheinhalle, wo er auf Einladung der Gemeindebücherei mit seinem kabarettistischen Spagat aus Kurpfälzisch und der Fremdsprache „Hochsprache“ 800 Besucher auf ihren Stühlen fesselte. Was die zu „Chakos“ neuestem Meisterwerk sagen, haben wir zwischen Lachmuskeltraining und Standing Ovations aus ihnen herausgekitzelt:
Herbert Burkard (Ketsch):
Bild: Schäfer
„Die Schnelligkeit im Programmablauf ist richtig beeindruckend. Habekost kommt von normaler Politik zur Schule und wieder zurück – das ist richtig gut. Seine Sprache und Gestik sind echt spitzenmäßig. Nicht zu vergleichen mit anderen Kabarettisten. Da muss man schon lange nach einem Künstler suchen, der so etwas fertig bringt.“
Kerstin Hellmann (Edingen): „Es ist toll, dass Habekost endlich mal hier gebucht wurde. Für mich ist es heute Abend quasi eine Premiere und ich bin wirklich überrascht. Das Programm ist interessant und abwechslungsreich. Die sprachlichen Nuancen sind faszinierend, auch wenn ich persönlich Hochdeutsch besser verstehen würde. Aber ich bin bestimmt nicht das letzte Mal hier gewesen und muss die Eindrücke erst noch verarbeiten.“
Monika Gräble (Ketsch):
Bild: Schäfer
„Mit dem heutigen Abend bin ich schon zum vierten oder fünften Mal bei Christian Habekost. Mir gefällt immer wieder gut, wie er Dinge einpackt und verkauft und den Leuten dabei den Spiegel vorhält. Es ist beeindruckend, wie er menschliche Defizite mit aktuellen Themen aus Gesellschaft und Politik verbindet und in ein Programm verpackt.“
Alexander Hertlein (Käfertal):
Bild: Schäfer
„Die Mundart ist das, was Habekost auf der Bühne ausmacht. Das versteht sonst keiner. Es ist einfach cool sich davon berieseln zu lassen. Das macht natürlich richtig Spaß und zeigt, dass man sich für seinen Dialekt nicht schämen muss. Denn ,Chako’ ist einfach einer von uns!“
Martin Ost (Plankstadt):
Bild: Schäfer
„Inzwischen begleite ich ,Chako’ schon seit 15 Jahren, weil er einfach lustig ist und unseren Dialekt spricht. Ich finde es toll, wie er heute Abend das Publikum in sein Programm mit einbindet und über Themen wie ,Stille’ reflektiert.“
Björn Schaeffer (Brühl): „Habekost hat den tollsten Slang überhaupt. Ihn zum ersten Mal hier live zu erleben ist richtig genial, weil sein Programm doch recht politisch ist und er abgedroschene Themen meidet. Das Tollste an ihm ist jedoch, dass er von hier kommt und man ihn nur richtig versteht, wenn man selbst von hier ist. Das gibt einem ein stolzes Gefühl. Denn das zeigt, was wir so drauf haben.“
Regina Simon (Ladenburg):
Bild: Schäfer
„Wir waren beim letzten Programm von Christian Habekost schon so begeistert, dass wir heute gleich wieder gekommen sind. Seine Art und seine Mundart sind einfach umwerfend. Er ist kein primitiver Kabarettist, der seine Scherze unterhalb der Gürtellinie macht, sondern Themen des Alltags anspricht. Besonders toll finde ich es, wenn er philosophiert, so schnell redet, dass sich die Worte fast überschlagen oder Worte sinnvoll verdreht und mit dem Englischen verknüpft.“