Jetzt werdd gspart!

09.06.2010 - Chako - Blog

Jetzt gehts uns alle an de Krage.

Deutschland spart an oder ein:

  • Bundespräsidenten (versteh einer, warum man für Heul-doch-Köhler überhaupt Ersatz braucht)
  • Fußballstars (das erledigen Berliner Ghettokinder, die jetzt für Ghana spielen)
  • mediterranes Lebensgefühl (trotz aller Buddhas, Latte-Macchiato-Mamas und Cabrios - wenn die Sonne halt net scheint, is nix mit Italia an de Blaue Adria)
  • sozialer Frieden (wer nackisch is, dem leert man gern die Taschen)

Egal!

Jeder muss jetz bissel was abgeben. Also jeder, der nix hat - oder zumindest nicht so viel.
Und die anderen? Schreiben Blogs.

Was hätte man nicht alles für Kürzungsmöglichkeiten gehabt:

  • das Berliner Preußenschloss ganz streichen
  • die Bundeswehr raus aus Afghanistan und ab nach Polen zum Sandsäcke-Schleppen. Da hat sie Erfahrung, braucht keine Amis zum Bombardieren zu rufen und die Politiker müssen zum "Das Vaterland dankt euch"-Redenschwingen nicht immer so lange fliegen.

... unendliche Möglichkeiten ...

Und die beste: fast eine halbe Milliarde einsparen bei den Gehältern, die der Staat für die Kirchen zahlt. Man soll's nicht glauben: seit einer Vereinbarung aus dem Jahr 1803 (!) zahlt der Staat die Gehälter für Bischöfe, Vikare, Priester usw. (SPON: Staat zahlt 442 Millionen Euro für Kirchengehälter)

Tja, lieber Bürger und liebe -in, da nützt es auch nichts, dass du aus der Kirche ausgetreten bist, um dir die Kirchensteuer zu sparen. Du zahlst trotzdem, weil es halt noch ein oder zwei andere Steuern gibt, die der Staat von dir eintreibt.

Und die Kirche? Warum zahlt die nicht? Weil sie arm ist und vom Staat ausgeplündert wurde - sagt Georg Ratzinger, Bruder vom Römer Oberguru mit den roten Schuhen. Und die Bischöfe dienen ja auch dem öffentlichen Wohl.
Wie soll die Kirche auch 442 Millionen Euro im Jahr aufbringen können, wo sie doch im Moment so viel Geld braucht, um Anwälte und PR-Manager zu zahlen, die den Schlamassel, den kirchliche Bürdenträger bei Kindern und Jugendlichen anrichten einigermaßen zu ... äh ... vertuschen.

Fazit: Ich bin aus der Kirche ausgetreten, ich bin in eine Gegend gezogen, wo's kein Glockengebimmel gibt, ich spende jedes Jahr mehrere Euro nicht an eine Kirchen-Organisation, sondern direkt für die Schulausbildung eines Patenkindes in Afrika - und doch schaffen's die Brüder, mich quasi durch die Hintertür weiter abzuzocken.

Und das nur, weil ich ehrlich meine Steuern zahle.

Eigentlich ja total gerne, wenn damit die Schlaglöcher zugeteert und die Straßenlaternen beleuchtet werden. Stattdessen aber finanziere ich auch den Krieg in Afghanistan, Rettungsschirme für "notleidende" Banken, die Bewachung US-amerikanischer Militäreinrichtungen wie Ramstein und eine Reihe anderer Schandtaten, die ich mir normalerweise nicht mal im Kino angucken würde.

Gut, daran hat man sich einigermaßen gewöhnt. Ma hockt halt do un guckt ... Duldungsstarre - das ist das Zauberwort in einer Demokratie, in der man nix machen kann - außer Kreuze.

Ja, Kreuze! Kein Wunder also, dass man die Brüder im Ornat da mitbezahlen muss.
Wie sagt schon Reverend Lovemachine: "So isses uff dere bucklisch Welt - de ene hot de Beidel - de anner hot des Geld."


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